Bluttest für Ungeborenen - Untersuchung
Stammzellen des Kindes von der Mutter gewonnen

Forscher der italienischen Universität Perugia haben einen neuen Bluttest entwickelt, der die Untersuchung von Ungeborenen auf genetische Fehler revolutionieren soll. Die neue Methode könne die bisher angewandte Amniozentese ersetzen, sagte Universitätsprofessor Gian Carlo Di Renzo, der das Forschungsteam leitet.
Aus einer Blutprobe der Mutter würden Stammzellen des Kindes isoliert und künstlich vermehrt. Danach würden die Stammzellen auf Mutationen hin untersucht, sagte Di Renzo. Das Ergebnis liege nach zehn Tagen vor. Der Test sei billiger und vor allem risikoloser als die Amniozentese, bei der mit einer Nadel Fruchtwasser entnommen wird, betonte der Forscher. Stammzellen des Ungeborenen könnten nach neuestem Forschungsstand ab der neunten Schwangerschaftswoche im Blutkreislauf der Mutter gefunden werden, sagte er.
Die Gefahr, dass durch die Amniozentese eine Fehlgeburt ausgelöst wird, betrage rund ein Prozent. Die neue Methode werde derzeit in Italien und der Schweiz getestet. In einem Jahr könnte die Testphase bereits abgeschlossen werden, sagte Di Renzo.